Neues zur Saison 2013/14

Die DEL-Saison 2013/14 ist mittlerweile sieben Spieltage alt, aber im Vergleich zur letzten Saison gibt es zu Regeländerungen nur wenig zu berichten.

In Situationen, in denen das Regelbuch der IIHF eine Matchstrafe vorsieht, wird zunächst auf 5min + Spieldauer-Disziplinarstrafe entschieden. Bei der nächsten Sitzung des Disziplinarausschusses ( nun immer am Folgetag des Spiels ) wird dann der Regelverstoß bewertet und je nach Schwere des Vergehens gegebenenfalls eine Spielsperre verhängt. In diesem Zusammenhang wird auch nicht mehr wie letzte Saison unterschieden, ob es beim Regelverstoß zu einer Verletzung kam oder nicht. Die im Nachhinein ausgesprochene Sperre kann nun ein bis 16 Spiele betragen, in Außnahmefällen sogar 32.

Mit dieser Vorgehensweise wird die Matchstrafe in der DEL fast abgeschafft, nur bei Vergehen wie Kopfstoß, Schlittschuhtritt, Angriff auf Schiedsrichter durch Spieler oder Offizielle und Auseinandersetzungen mit Zuschauern wird weiterhin vom Schiedsrichter eine Matchstrafe ausgesprochen.

Mit dieser Maßnahme möchte man den Schiedsrichter aus der Verantwortung nehmen, eine Verletzung erkennen und bewerten zu müssen. Bis auf die fünf oben bereits erwähnten Vergehen ist damit die Spieldauer-Disziplinarstrafe die „Höchststrafe“ auf dem Eis.

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Tor trotz vorrausgegangenem Foul an Matt Foy zum 2:5 Endstand

Beim Nachholspiel des 34. Spieltages am fünften März 2013 mussten die Thomas Sabo Ice Tigers bei den Eisbären Berlin antreten. Dieses Spiel gewannen die Nürnberger mit 5:2.

Im Vorfeld des 5:2-Treffers durch Dusan Frosch wurde der Berliner Matt Foy vor dem Nürnberger durch einen Check niedergestreckt und blieb erst einmal auf der Eisfläche liegen, während die Ice Tigers kurz darauf einnetzten. Sehr schön kann man das bei laola1.tv ab Minute 5:06 sehen (http://www.laola1.tv/de/de/eishockey/del-deutsche-eishockey-liga/eisbaeren-berlin-thomas-sabo-ice-tigers/video/460-2675-106915.html).

Wieso ließen die beiden Schiedsrichter Brüggemann und Lenhart weiterspielen, obwohl ein verletzter Spieler auf dem Eis lag? Nun, die diesbezügliche Regel 416a der IIHF besagt: Wenn sich ein Spieler verletzt und nicht mehr weiter spielen oder auf die Spielerbank zurückkehren kann, wird das Spiel fortgesetzt bis sein Team den Besitz des Pucks gesichert hat, es sei denn, dieses Team ist in aussichtsreicher Position zu punkten. Trotz dieser Regel sieht man es bei DEL-Spielen oft, dass das Spiel bei einem verletzt liegenden Spieler auf dem Spielfeld unterbrochen wird.

Zwei Möglichkeiten: Regelkonforme Auslegung oder nicht hingesehen?

Ich vermute, dass die beiden den Check zwar gesehen, ihn aber nicht als Regelverstoß eingeordnet haben und deshalb dem weiteren Spielverlauf in die andere Richtung folgten. Dass da ein Spieler mit einer Gehirn-erschütterung auf dem Eis liegt, haben sie schlichtweg übersehen. Auf dem Video ist gut zu sehen, dass der Check nicht gegen den Kopf von Foy ging und auch nicht besonders hart war. Allerdings traf ihn der Check unvorbereitet, da er mit dem Blick dem Puck folgte und den ankommenden Nürnberger (leider kann man die Spielernummer im Video nicht gut erkennen) nicht sah.

Den Schiedsrichtern ist dabei also kein Vorwurf zu machen. Ein Problem des Vier-Mann-Systems in der DEL lässt sich hier aber ganz gut veranschaulichen: Das fehlende Aufteilen des Spielgeschehens der Schiedsrichter untereinander. Zum einen pfeift der Schiedsrichter von der anderen Seite des Spielfeldes ein Foul, während der andere Schiedsrichter direkt nebendran steht und keinen Regelverstoß sieht. Oder, wie im oben beschriebenen Fall schauen beide Schiedsrichter auf eine Szene und übersehen dadurch andere wichtige Vorfälle. Das würde nicht passieren, wenn man mit festen Schiedsrichter-Paaren spielen würde. Dann könnten sich die beiden Schiedsrichter nach und nach aufeinander einstellen und die Zuordnungen würden stimmen. Das würde auch verhindern, dass „schlechte“ Schiedsrichter ( ich nenne mal keine Namen ) ein ganzes Spiel verpfeifen.

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Alles neu macht der… September! (Teil II)

Neben dem verschärften Vorgehen gegen die in letzter Zeit gehäuften Fälle von Gehirnerschütterungen gibt es aber noch einige andere Neuerungen, an die man sich erst noch mehr oder weniger gewöhnen muss:

Aufstellung

Jede Mannschaft darf diese Saison nur noch elf statt wie in der letzten Saison zwölf Kontingentstellen vergeben, wovon aber pro Spieltag nur neun eingesetzt werden dürfen. Neu ist auch, dass jede Mannschaft drei Torhüter haben muss, wobei bei einem Spiel nicht zwingend alle drei anwesend sein müssen. Neben dem dritten Torhüter muss auch jeder Club zwei U20-Spieler unter Vertrag haben, die weiterhin für die DNL oder die Juniorenbundesliga spielberechtigt sind.

Regeln

In Bezug auf die Torhüter-Ausrüstung wurden schärfere Kontrollen angekündigt, da „immer noch viele Torhüter an ihrer Ausrüstung rumbasteln“ (Zitat DEL-Spielleiter Jörg von Ameln im Eishockeynews Sonderheft 12/13). Wird einer mit nicht korrekter Ausrüstung erwischt wird muss er eine Geldstrafe von 2000 Euro bezahlen, beim zweiten Mal wird er sogar zu 10.000 Euro und zehn Spielen Sperre verdonnert.
Beim Penalty-Schießen dürfen die Schiedsrichter nun auch den Videobeweis bei einem verschobenen Tor zu Rate ziehen.

Transferperioden

In dieser Saison gibt es drei Transfer-Deadlines: Bis zum 31. Dezember dürfen Spieler Liga-intern wechseln. Nach dem 31. Januar ist auch mit internationalen Wechseln Schluss, da die IIHF danach keine Transferkarten mehr ausstellt. Die DEL kocht aber hier ihr eigenes Süppchen und ignoriert diesen Termin für deutschlandweite Wechsel. Damit haben die Clubs die Möglichkeit auf eventuelle Verletzungen bis zum 15. Februar (Länderspielpause) zu reagieren und Spieler aus der zweiten und der Oberliga zu verpflichten.

Powerbreaks

Die letzte zu erwähnende Neuerung ist zugleich auch die polarisierenste: sogenannte Powerbreaks. Damit sind keine Knochenbrüche während eines Powerplays gemeint, sondern 90 Sekunden lange Unterbrechungen pro Drittel. Diese sollen den Clubs Gewinnspiele oder Werbedurchsagen an werbewirksamer Stelle ermöglichen, da während eines Spiels alle Zuschauer das Spiel verfolgen und keiner wie sonst in den Drittelpausen draußen am Imbissstand steht und die kostbare Werbung verpasst. Ein Powerbreak findet nach etwa acht Minuten Spielzeit statt und wird mit einer roten Lampe am Zeitnehmertisch angezeigt. Damit den Clubs dadurch kein Nachteil entsteht, wird das Powerbreak nicht während eines Powerplays, nach einem Icing oder nach einem gefallenen Tor durchgeführt. Daher kann es auch mal in der 12. Minute oder noch etwas später stattfinden. In der NHL finden drei Powerbreaks pro Drittel statt, und auch in anderen internationalen Ligen und bei Weltmeisterschaften werden Drittel durch Powerbreaks unterbrochen.

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Alles neu macht der… September! (Teil I)

Nun ja, so viel Neues gibt es in der Saison 2012/13 nicht. Aber erst einmal der Reihe nach: In den ersten beiden Augustwochen fand in Füssen der Schiedsrichter-Lehrgang zur neuen Saison statt.

Dabei kristallisierte sich heraus, dass in dieser Saison noch mehr als in den Jahren zuvor gegen gefährliche Aktionen wie Checks von Hinten oder Checks gegen Kopf- und Nackenbereich vorgegangen wird. Damit kein Spieler mit einer solchen gefährlichen „Aktion“ davonkommt, wird mit dem ersten Spieltag am 14. September das 4-Mann-System (zwei Haupt- und zwei Linienrichter) bei jedem Spiel der DEL angewendet und nicht wie bisher nur bei einem Spiel pro Spieltag.

Des Weiteren wird auch bei solchen geahndeten Fouls (das Strafmaß spielt keine Rolle) ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, so wie es bisher bei Matchstrafen oder auf Antrag eines geschädigten Clubs eingeleitet wurde. Für diese Ermittlungsverfahren wurde vom DEL-Disziplinarausschuss ein Gremium gebildet, in dem unter anderem die ehemaligen Spieler Till Feser und Jörg Mayr und der hauptamtliche DEB-Hauptschiedsrichter-ausbilder und DEB-Regelreferent Gerhard Müller sitzen. Immer montags werden die Aktionen von diesem Gremium beurteilt, wobei der betroffene Spieler bis zur Entscheidung spielberechtigt bleibt, außer er wurde bereits während des Spiels mit einer Matchstrafe zum Duschen geschickt.

In der Disziplinarordnung sind für Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich bis zu 16 Spiele Sperre sowie eine Geldstrafe vorgesehen.

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Für den Anfang…

Liebe Eishockey-Gemeinde,

Unser Lieblingssport ist die schnellste Mannschaftssportart der Welt. Unter anderem deswegen haben die Schiedsrichter es leider nicht immer leicht, richtige Entscheidungen zu treffen. Und selbst wenn sie es tun, treffen sie in besonderen Fällen auf eine Regelunkenntnis bei einigen Fans, Funktionären und sogar Trainern.

Dieser Blog soll fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen in der DEL ergründen, kommentieren, erklären, aber auch Fehlentscheidungen offenlegen. Dazu werden die offiziellen IIHF-Regeln herangezogen, die es auch bald als Link hier auf dieser Seite geben wird. Und das Alles ohne den Blick durch die „Fanbrille“ (Das versuche ich zumindest 😉 ).

Da man aber aus bestimmten Gründen nicht jedes Spiel verfolgen kann, lebt dieser Blog auch von euren Hinweisen und Kommentaren. Daher die Bitte an euch:

Wenn ihr der Auffassung seid, der Schiedsrichter hat bei einem Spiel eurer Lieblingsmannschaft auf Gut Deutsch „Scheiße gepfiffen“, dann meldet das als Kommentar in den Hinweis-Thread.

Auf gute Zusammenarbeit.

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